Vortrag von Ricarda Murswiek: Rudolf Steiners Paradieses- und Gralsimagination als Schlüssel zu einer Menschenkunde des Grals 

Vortragsreihe
Die Gralslegenden und der Gralsweg des heutigen Menschen

Die mittelalterlichen Gralslegenden deuten voraus auf eine Zukunft, in der sich eine neue Christus-Erfahrung im Denken ereignet. Die alten Legenden zeigen in bildhafter Form, wie dieser Weg im Denken seinen Anfang nimmt und schließlich zu einer Transformation des Fühlens und Wollens führt, die auch den Leib mit einschließt. «Von der Dumpfheit geht der Mensch aus und steigt auf durch den Zweifel zu der Kraft. Dieser Pilgerweg der Seele wird ausgedrückt in der Gestalt des Parzival, der zum Heiligen Gral pilgert.» (Rudolf Steiner, 2. Januar 1906) 

Im 5. Vortrag des sogenannten «Hüllenzyklus» (GA 145) schildert Rudolf Steiner, wie der Mensch auf einer bestimmten Stufe des Schulungsweges seine eigene Leibesorganisation hellseherisch von außen anschauen lernt. Die geistigen Kräfte, die im Leibe wirksam sind, zeigen sich ihm in Gestalt der «Paradiesesimagination» und der «Gralsimagination». Betrachtet man die Gralserzählungen vor diesem Hintergrund, so erschließt sich ihre hochmoderne, bis in die Leibesphysiologie hineinreichende, spirituelle Menschenkunde.  

Musiksaal der Waldorfschule Heidelberg, Mittelgewannweg 16, 69123 Heidelberg 
Eintritt frei, Spende erbeten